Charlotte Lahmann: Das IT-Girl
Als Studentin an der DHBW Karlsruhe und bei der Netze BW GmbH macht Charlotte Lahmann eine frühe Leidenschaft zum Beruf. Die angehende Wirtschaftsinformatikerin hat die Mission, die digitale Transformation voranzutreiben und verantwortungsvoll an Projekten mitwirken zu können, die in der Öffentlichkeit sichtbar sind.
Charlotte Lahmann
Duale Studentin an der DHBW und bei der Netze BW GmbH
Frühe Programmier-Erfahrung – der direkte Weg in die IT-Branche.
Bereits in ihrer Kindheit erlebt Charlotte Lahmann, die als Mädchen Astronautin werden und als erste Frau zum Mars fliegen will, Technik als etwas „immer Präsentes und völlig Normales“. Eine zentrale Phase in ihrem beruflichen Entscheidungsfindungsprozess ist ihr BOGY-Praktikum (Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wo die Schülerin erstmalig mit humanoiden NAO-Robotern in Berührung kommt. Mit dem Programmieren von ersten Bewegungsabläufen sowie von Sprach- und Gesichtserkennung beginnt für sie bereits zu diesem Zeitpunkt ihr Einstieg in die Programmiersprache Python:
„Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie kreativ, vielfältig und zukunftsorientiert IT ist.“
Aus dieser Begeisterung heraus beschließt sie gemeinsam mit ihren Geschwistern, Lego-Modelle von Quantencomputern zu konzipieren und zu vermarkten. Die Anerkennung dafür lässt nicht lange auf sich warten: Anlässlich der öffentlichen Präsentation des Quantencomputers darf eines ihrer Modelle ins Bundeskanzleramt reisen. Im Oktober 2024 vertieft die Abiturientin ihre Passion weiter und beginnt an der DHBW Karlsruhe sowie bei der Netze BW GmbH ein duales Studium der Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Software Engineering. Diesen Weg, der theoretisches und praktisches Lernen verbindet, würde sie jederzeit wieder einschlagen:
„Man kann das Erlernte direkt im Unternehmen anwenden – oder merkt auch, wo Theorie und Praxis voneinander abweichen.“
Sichtbar an der Schnittstelle – zwischen Analyse, aktiver Gestaltung und Vernetzung.
Bei der Auswahl eines Unternehmens für den Praxisteil ihres dualen Studiums habe sie an der Netze BW GmbH vor allem die dortige Kombination aus IT, Wirtschaft und Nachhaltigkeit überzeugt. Zudem habe es sie begeistert, dass die Firma ihren Fokus auf die Themen Innovation und nachhaltige Energieversorgung lege, die ihr auch persönlich besonders wichtig seien: „Als führendes Energieversorgungsunternehmen bietet der Konzern umfangreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung in verschiedenen IT- und Transformationsbereichen“, so die Studentin. Begeistert berichtet sie von ihren Aufgaben bei der Netze BW GmbH:
„Die Bereiche IT und Wirtschaft werden miteinander verwoben, Lösungen und Prozesse gestaltet – und das alles auf Basis konstanter Analyse- und Strukturierungsmaßnahmen.”
Insgesamt sei der Praxisteil ihres Studiums in mehrere Abschnitte unterteilt, in denen unterschiedliche Themen- und Arbeitsfelder erfahren und erprobt werden könnten. Während sich in der ersten Phase alles rund um das Thema Softwareentwicklung und Programmierung dreht, geht es in der zweiten Etappe um das IT-Kompetenzmanagement. Im dritten Teil unterstützt Charlotte bei der Konzeption eines neuen Talentprogramms und bekommt die Chance, den Arbeitsalltag des CDO/CIO (Chief Digital Officer / Chief Information Officer) zu begleiten und mit ihm gemeinsam Top-Management-Termine wahrzunehmen – ein Einblick auf einer Ebene, die dual Studierenden bislang verwehrt geblieben war. Diese einzigartige Möglichkeit habe sich nur deshalb ergeben, weil sie den Mut gehabt habe, ihre Arbeit sichtbar zu machen: „Meine Video- und Textbeiträge gingen via interne Kommunikation an den gesamten Konzern – auch an den CDO/CIO. Ich würde jedem raten, sich und die eigene Leistung aktiv und ohne Scheu zu zeigen.“ An einem ähnlich bedeutenden Platz sehe sie sich auch langfristig:
„Ich möchte eine Schnittstelle zwischen IT und Management darstellen, wo ich digitale Transformation vorantreiben, an sichtbaren Projekten mitwirken und Verantwortung übernehmen kann.“

Was die Zukunft des MINT-Bereichs insgesamt anbelangt, so empfinde sie die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Agentic AI – also von KI-Systemen, die eigenständig Entscheidungen treffen und komplexe Aufgaben lösen können – als besonders faszinierend und richtungsweisend: „Ich habe letztens eine komplett funktionsfähige Web-App programmiert, ohne eine einzige Zeile Code selbst getippt zu haben. Darin liegt meines Erachtens großes Potenzial für automatisierte Prozesse, intelligente Assistenzsysteme und neue Arbeitsformen, aber auch die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Gestaltung.“
Mehr Role Models, Vielfalt und frühe Praktika –mehr Frauen in MINT-Berufen.
Obwohl Charlotte Lahmann unter den insgesamt 30 Studierenden eine von nur vier Frauen und damit deutlich in der Minderheit ist, habe sie sich wegen ihres Geschlechts noch nie unwohl oder benachteiligt gefühlt – und dies trotz der Tatsache, dass sie häufig die einzige Frau im Raum sei: „Mein Umfeld war immer offen und unterstützend“, so die angehende Wirtschaftsinformatikerin. Doch was muss sich ihrer Meinung nach konkret ändern, damit sich mehr junge Frauen für eine Karriere im MINT-Bereich entscheiden? Als zentralen Punkt in diesem Kontext nennt sie sichtbare Role Models: „Junge Frauen müssen sehen, dass es völlig normal ist, als Frau in der IT oder in technischen Berufen zu arbeiten – in allen Rollen, auch in verantwortungsvollen Positionen. Wenn Vorbilder fehlen, entsteht schnell das Gefühl, dort ‚nicht dazuzugehören‘.“ Außerdem brauche es frühe Praxiseinblicke, wie zum Beispiel Schulpraktika und Projekte oder Workshops, in denen Technik erlebbar wird, so, wie es bei ihrem richtungsweisenden Robotik-Praktikum am KIT der Fall gewesen sei:
„Darüber hinaus sollten Unternehmen aktiv zeigen, dass Vielfalt gewollt ist – durch offene Unternehmenskultur, gezielte Förderung und das Senden von klaren Signalen, dass Frauen in technischen Bereichen willkommen sind und gebraucht werden.“
Chancen aktiv nutzen – mit Mut, vollem Engagement und Freude.
Denjenigen, die sich am Ende für diesen Studien- und Berufsweg entscheiden, rät sie zu einer großen Portion Mut und der Weitsicht, Chancen zu erkennen und aktiv zu ergreifen. Auch ein stimmiger körperlicher Ausgleich zum Studium und zur Arbeit sei für sie persönlich essenziell: „Ich spiele Volleyball in der Regionalliga. Mit bis zu vier Trainingseinheiten pro Woche und Spielen am Wochenende ist das zwar sehr zeitintensiv, doch genau das, was ich für mich brauche, um mich auszupowern und den Kopf freizubekommen – und unfassbar viel Spaß macht es auch.“ Genau diese Energie trägt die passionierte Sportlerin dann an ihren Arbeitsplatz.
