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MINT-Portrait Lena Claus sagt: „Das Beste an der IT ist, dass für alle etwas dabei ist und jede:r es kann.“
Die Tasten klicken, die Monitore leuchten und das Headset ist eingeschaltet – Lena Claus ist bereit, in den Tag zu starten. Die 25-Jährige arbeitet als Junior-Systemadministratorin in der IT-Branche und liebt es vor allem, ihr Wissen zu erweitern: ob an der Universität, bei der Arbeit oder in ihrer Freizeit. Mit ihrem Wissensdurst ist sie in der IT-Branche genau richtig. Warum, das erzählt sie im Porträt – außerdem gibt sie Einblicke in ihre Schul- und Studienzeit in den USA und spricht über Vorbilder, die für sie und ihren Weg entscheidend waren.

Lenas Leidenschaft für die Informatik wurde durch einen Informatikkurs in der Schule entfacht. Sie lernte dabei die Programmiersprache Java, und wie sie mithilfe einer Software Codes schreiben kann – und war sofort Feuer und Flamme: „BlueJ – das ist eine für die Ausbildung gedachte Entwicklungsumgebung für Java – machte alles sehr einfach zu lesen.“

Mit dem Kurs entdeckte sie für sich eine ganz neue Welt und viele neue Möglichkeiten; außerdem war ihr Lehrer sehr engagiert und motivierend. Die Schülerin merkte, dass die Informatik so spannend ist, dass sie ihr künftiger Arbeitsbereich werden sollte. Sie schrieb sich also an der Rutgers University in New Brunswick nahe New York ein und begann im Hauptfach Informatik zu studieren.

Kurze Zeit später wechselte Lena ihren Schwerpunkt zu IT, während sie Informatik im Nebenfach weiterstudierte. Der Grund dafür war, dass der Mathematikanteil im Informatikstudium zu hoch war. „Mathe war nie meine Stärke“, sagt Lena – auf den ersten Blick eine überraschende Aussage für jemanden, der im Bereich Informatik arbeitet.

In der IT findet jeder eine für sich passende Aufgabe

Der Wechsel war die richtige Entscheidung, sowohl für sie und ihre Zufriedenheit als auch für ihre beruflichen Erfolgschancen. Wenn man annimmt, dass ein Einstieg in die IT-Branche nur mit besonderen Mathematikkenntnissen gelingt, so beweist Lena das Gegenteil. „Das Beste an der IT ist, dass für alle etwas dabei ist und jede:r es kann. IT ist eine große Branche mit vielen verschiedenen Aufgaben“, so Lena Claus.

„Rückblickend glaube ich nicht, dass ich irgendetwas ändern würde.“

Ihre Schul- und Studienzeit verbrachte Lena Claus in den USA – dann aber merkte sie, dass es an der Zeit war, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Sie verschickte einige Bewerbungen, und bei der TechniData IT-Gruppe in Karlsruhe passte es schließlich. Das Unternehmen ist bis heute ihr Arbeitgeber. Als Junior-Systemadministratorin ist Lena vor allem für interne IT, Hardware und Monitoring verantwortlich. Inzwischen ist sie auch in der direkten Kundenbetreuung tätig.

Probleme? Ja bitte!

Und so sehen ihre Aufgaben aus: Funktioniert ein technisches Gerät nicht oder streikt eine Software, dann ruft die oder der betroffene Mitarbeitende die IT-Spezialist:innen an. Es wird ein Ticket aufgemacht, dessen sich einer der Profis annimmt – unter ihnen Lena Claus. Sie richtet Laptops ein, repariert sie und beschäftigt sich so lange mit einem Problem an den Geräten, bis sie eine Lösung gefunden hat. Das sind teilweise nur kleine Herausforderungen, manchmal aber auch rätselhafte Probleme, an denen sie längere Zeit tüftelt.

Während andere frustriert das Handtuch werfen würden, nutzt Lena jede Gelegenheit, um sich anhand der Herausforderung neues Wissen anzueignen. TechniData ist außerdem für die Installation und Wartung von Servern verantwortlich, sowohl für den internen Gebrauch als auch für die Kunden. Mit der Zeit wird Lena Claus auch die Maschinen warten und Lösungen für die Probleme der Server finden.

Besonders gefällt ihr, wie abwechslungsreich ihre Aufgaben sind, dass sie anderen Menschen mit ihrer Expertise hilft, und wie sie sich selbst auch weiterentwickelt: „In diesem Beruf scheine ich nie aufzuhören zu lernen.“ Vom Stereotyp der IT-Expert:innen ist sie jedenfalls meilenweit entfernt: Man schmore in ihrem Job keinesfalls alleine mit einem Laptop in einem dunklen Kämmerchen, um Anrufe entgegenzunehmen. Lena „mag es, von Menschen umgeben zu sein, die anders sind und unterschiedliche Interessen und Spezialisierungen haben“. Denn durch diese Kontakte entstünden immer neue Ideen; und gemeinsam im Team würden Ansätze und Lösungen für knifflige Probleme gefunden.

Schlüsselfähigkeit: Kommunikation

Daher ist eine Fähigkeit für Lena Claus besonders bedeutend, wenn man in der IT erfolgreich sein möchte: Kommunikation. Nur, wer sich austauschen und mitteilen kann und möchte, kann mit anderen Menschen arbeiten – im eigenen Team oder mit Kund:innen. Um eine Situation genaustens analysieren und lösen zu können, muss man im ersten Schritt verstehen, wie das Problem aufgebaut ist. Das tut man am besten, indem man es in Worte fasst. Dafür hat Lena einen Tipp: „Es hilft, einen Schritt zurückzutreten und zu wissen, was Sie erreichen möchten“.

All das, was Lena im Job lernt, ist nicht nur im Berufsleben für sie wertvoll – auch in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis wird sie gerne zurate gezogen. Familie und Freunde wenden sich an Lena, wenn sie Fragen haben oder ihre Smartphones nicht das machen, was sie sollen. Dann macht sich Lena ans Werk – wobei sie selbst nicht nur ihr Wissen anwendet, sondern es als eine weitere Übung ansieht, um noch mehr zu lernen.

Wenn das Sprichwort „Man lernt nie aus.“ auf jemanden zutrifft, dann auf Lena Claus …

„Gib nie auf!“

Dass sie eine Frau in einem – noch – männerdominierten Arbeitsumfeld ist, hat Lena Claus nie besonders beschäftigt. Weil Informatik und IT schon früh zu ihrem Leben gehörten, aber auch, weil ihre Chefin bei einem Praktikum bei Siemens Healthineers in den USA sie sehr beeindruckte – und zu ihrem Vorbild wurde. Für Lena Claus war schlichtweg immer schon klar, dass sie das macht, was sie liebt. „Ich bemerkte, dass im ersten bis letzten Jahr meines Studiums viele Mädchen abbrachen oder in ein ganz anderes Feld wechselten, aber das änderte nie mein Ziel.“ Diese Entschlossenheit, ihren eigenen Weg zu gehen, legt sie jeder und jedem ans Herz. Egal, wie der individuelle Hintergrund aussieht, auf welchem Stand das eigene Wissen ist oder wie holprig der Weg auch sein mag: „Gib nie auf!“, lautet Lenas Mantra.

Diese Einstellung half ihr auch, als sie aus den USA nach Deutschland zurückkam. Freunde hatte sie in Deutschland nach all den Jahren auf einem anderen Kontinent nicht, auch alte Schulfreunde waren „drüben“. Was Lena Claus half, war, dass sie immer schon gerne viel Sport gemacht hat, Volleyball spielt und gerne Neues ausprobiert: zum Beispiel Klettern und Fußball, aber auch Zeichnen und Malen. Auch mit diesen Hobbys konnte sie, wieder in Karlsruhe, bald Anschluss und neue Freunde finden. Sie trifft sich aber auch ebenso gerne mit Kolleg:innen.

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