MINT-Förderung und eigene App – Maria-Theresa probiert’s aus
„MINT ist der Grundbaustein für viele Entdeckungen, Erfindungen und unseren stetigen Fortschritt. Ich kann mich im MINT-Bereich super entfalten und meinen Forscherdrang ausleben“ – so erklärt die 18-jährige Maria-Theresa Licka aus Heidelberg ihre Leidenschaft für MINT-Themen, der sie schon seit ihrer frühen Kindheit nachgeht.
Maria-Theresa
Schülerin und App-Entwicklerin
Sie besuchte zahlreiche Technikmuseen, nahm an unterschiedlichen Förderprogrammen teil und entdeckte ihre Begeisterung für Informatik. Gemeinsam mit einem Mitschüler entwickelte sie ihre eigene, auf KI basierende App für einen nachhaltigeren Weinbau, und wurde dafür sogar ausgezeichnet. Nach ihrem Schulabschluss möchte sie Medizin studieren und mit MINT Menschen helfen.
Viel Neues zu entdecken
„Noch während meiner Grundschulzeit besuchte ich verschiedene MINT-Kurse, Seminare und Exkursionen – zum Beispiel an der Tschira-Akademie, an der Kinder-Uni Heidelberg oder an der Juniorakademie Heilbronn“, erzählt Maria-Theresa. „Das war mein Einstieg in die MINT-Welt.“ Viel Neues lernte sie bei Experimenten und Mitmachaktionen oder während Familienbesuchen in unterschiedlichen Technikmuseen: Zum Beispiel im Technoseum in Mannheim, im Science Center der experimenta in Heilbronn oder im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn.
„Diese Institutionen sind für wissbegierige und neugierige Kinder und Jugendliche einfach genial – es gibt für jeden Alters- und Wissensstand immer viel Neues zu entdecken und zu lernen.“
Mit MINT-Hunger ins Silicon Valley
Die MINT-Projekte führten sie aber nicht nur in die heimische Museenlandschaft: „Ein besonderes Highlight war meine zweiwöchige Expedition ins Silicon Valley 2018 im Rahmen des „Master MINT“-Programms der Institut für Jugendmanagement Stiftung Heidelberg“, berichtet sie begeistert. Dort erlebten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst den Prozess des Forschens – und das am Standort der großen IT-Unternehmen in Kalifornien. „Die Kulisse der riesigen Bürogebäude weltmarktführender IT- und High-Tech-Unternehmen, dicht aneinandergereiht, war für mich besonders überwältigend – überall Pioniergeist und Kreativität.“
Die Reise inspirierte Maria-Theresa, sich in Richtung Informatik und Technik weiterzubilden. An der Fraunhofer Talent School lernte sie 2019 beispielsweise zusammen mit anderen MINT-interessierten Schülerinnen und Schülern, wie technische und naturwissenschaftliche Lösungen gefunden werden. Ende 2020 begann sie dann ein Informatik-Schülerstudium am KIT in Karlsruhe – das allerdings bald darauf leider wegen der Covid-19-Pandemie wieder abgesagt wurde.
Bei ihrer Führungsaufgabe ist Nina Schaafs Alltag maßgeblich von Kommunikation und Austausch mit ihrem Team sowie mit „internen Kundinnen und Kunden“ geprägt: Kolleginnen und Kollegen aus dem Produktmanagement, Entwicklungsleiterinnen und Entwicklungsleiter, technische Expertinnen und Experten sowie Versuchsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Das ermögliche ihr, den aktuellen Stand bestehender Modelle, Defizite sowie Vorschläge im Hinblick auf Optimierungen vollumfänglich erfassen zu können. „Mein Team entwickelt Modelle, die vorhersagen, wie lange die Bearbeitung von Produktionsaufträgen auf TRUMPF Maschinen dauern wird. Sie sind bei verschiedenen Produkten im Einsatz und werden ständig auf Basis von Feedback aus den genannten Bereichen weiterentwickelt. Dabei ergibt sich eine Vielfalt, die dazu führt, dass kein Arbeitstag dem anderen gleicht – und das mag ich sehr.“ Die Hobbyhandwerkerin genießt es aber auch, dass die Durchführung von technischen Recherchen und die Erstellung von Implementierungskonzepten wichtige Aspekte ihrer Arbeit sind.
Fortschritte durch Mentoring für Informatik und Machine Learning
Über CyberMentor – eine MINT-Plattform speziell für Mädchen – lernte sie ihre langjährige Mentorin Carina Kaltenbach kennen. Das sollte ihren weiteren Weg nachhaltig prägen: „Meine Mentorin unterstützt und fördert mich im Bereich Informatik und vor allem Machine Learning nun seit circa fünf Jahren“, berichtet die 18-Jährige. „Ihr habe ich sehr viel Wissen zu verdanken. Sie ist immer meine erste Ansprechpartnerin, wenn ich Rat brauche oder nicht weiterkomme. Und sie ist wie ich eine Frau in einer von Männern dominierten Fachdisziplin.“
Mit der eigenen App zum Sonderpreis für Nachhaltigkeit
Nachdem sie also vielfältige Erfahrungen sammeln konnte, begann Maria-Theresa, eigene Projekte im Bereich Informatik zu verwirklichen und an Wettbewerben teilzunehmen. „Besonders spannend finde ich, dass ich bei eigenen Projekten mein Wissen anwenden und erweitern kann“, berichtet sie. Das war auch von Erfolg gekrönt: Für die zusammen mit ihrem Mitschüler Mario Schweikert entwickelte App „Vine Leaf Diseases and AI“ wurde den beiden Jungforschern etwa auf der internationalen Artificial Intelligence Conference von Bosch (AICON) der Jurysonderpreis für Nachhaltigkeit verliehen. Außerdem erreichten sie beim Landesfinale von Jugend forscht in Rheinland-Pfalz den ersten Platz im Fachbereich Mathematik / Informatik.
Die Handy-App ermöglicht Winzerinnen und Winzern, direkt im Weinberg mit Handybildern Blattkrankheiten an Weinreben zu identifizieren – das funktioniert mithilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI). „Langfristiges Ziel ist es, dass die KI in der Lage ist, Blattkrankheiten zuverlässig zu erkennen, noch bevor sie für das menschliche Auge überhaupt sichtbar sind“, erklärt Maria-Theresa. Je häufiger die App genutzt wird, desto besser wird auch die KI. Dabei ist das Projekt auf einem guten Weg, wie die 18-Jährige berichtet: „Schon 400 Winzerinnen und Winzer nutzen unsere künstliche Intelligenz – so können wir sie weiter verbessern, und hoffentlich dazu beitragen, dass in Zukunft weniger Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz kommen.“ Die Idee kam den beiden, weil ihnen der Umweltschutz besonders am Herzen liegt und sie aus einer Region stammen, in der viel Weinbau betrieben wird.
„MINT hat nichts mit dem Geschlecht zu tun“
Die 18-Jährige hat auf ihrem Weg gelernt, dass Mädchen sich genauso für MINT interessieren wie Jungs – und in diesem Bereich genauso stark sind: „Es hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, ob man etwa programmieren kann oder nicht.“ Allerdings ist ihr schon früh aufgefallen, dass in MINT-Projekten oder Kursen oft weniger Mädchen als Jungen waren. Das liegt ihrer Meinung nach daran, dass erstere in der Familie weniger ermuntert werden, die MINT-Bereiche zu erkunden. „Wenn sich das ändert, wird es auch mehr Frauen in vermeintlichen MINT-Männerberufen geben“, betont sie. „Dabei gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten: Museen, Mitmachprogramme, Seminare, Expeditionen, Workshops, Vorlesungen und viele andere Veranstaltungen.“ Damit die vielfältigen Angebote auch von allen genutzt werden, brauche es eine frühe Förderung durch die Familie und ein allgemeines gesellschaftliches Umdenken.
Sie selbst trägt einen Teil zu diesem Umdenken bei, indem sie in Interviews und Podcasts über ihren Weg zu mehr MINT spricht, Online-Videos veröffentlicht und auf dem YouTube-Kanal INFOrmAtIc Teens zusammen mit anderen von ihren Projekten berichtet. „So will ich mein Wissen an Gleichgesinnte weitergeben“, erklärt sie. Für ihr Engagement wurde Maria-Theresa mit dem ersten Platz des Young Women in Public Affairs Awards vom ZONTA Club Heidelberg ausgezeichnet, überregional erhielt sie den dritten Platz. Auf die Frage, was sie anderen MINT-begeisterten Mädchen raten würde, antwortet sie:
„Ich möchte Mädchen in erster Linie Mut zusprechen, ihrem MINT-Interesse nachzugehen, früh anzufangen, an Workshops und Projekten teilzunehmen, und jede Möglichkeit für ein Mentoring zu nutzen. Viele wissen gar nicht, dass es auch spezielle MINT-Programme nur für Mädchen gibt. Mein Motto war und ist: Du musst nicht spitze sein, um anzufangen – aber du musst anfangen, um spitze zu werden.“
Mit MINT helfen
Maria-Theresa will im kommenden Jahr ein Medizinstudium beginnen. Das ist aber noch nicht alles, was sie vorhat – denn sie plant, ihre MINT-Talente zu nutzen, um anderen auch über die Medizin hinaus zu helfen: „Ich möchte mein Wissen in der Informatik und Künstlichen Intelligenz erweitern und beide Disziplinen später in meinem Beruf vereinen – denn durch die Integration/Etablierung dieser Technologien in der Medizin können für Patientinnen und Patienten zukünftig die Prävention, Diagnostik und Therapie von Krankheiten verbessert werden. Das hilft uns allen.“ Eines ist für sie ganz klar: Ihre berufliche Zukunft sieht sie im MINT-Bereich.
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