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Teresa Wagner

Ein komplexer Impfstoff, die Anti-Baby-Pille oder eine herkömmliche Kopfschmerztablette gegen den Kater: Nichts davon wäre ohne Grundlagenforschung auf dem Markt. Moderne Medizin ist ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags geworden, sodass wir häufig vergessen, wie aufwändig die Erforschung und Entwicklung der Wirkstoffe ist. Hinter herkömmlichen Medikamenten und Impfstoffen stehen zahllose Forscherinnen und Forscher, die permanent an der medizinischen Weiterentwicklung arbeiten. Eine von ihnen ist Teresa Wagner.

Dass sie einmal im MINT-Bereich arbeiten würde, wird Teresa bereits in der Schule klar: ­­­„Während ich im Deutsch- und Geschichtsunterricht eher die Minuten gezählt habe, verging mit einem spannenden Experiment in Chemie die Zeit wie im Flug.“ Auch Physik und Biologie machen ihr Spaß. Mit den klaren Strukturen und Regeln der Naturwissenschaften kommt sie besser zurecht als mit der interpretativen Methodik der Geisteswissenschaften. Kurz denkt sie darüber nach, Medizin zu studieren – doch sie hat höhere Ambitionen. „Ich wollte dazu beitragen, die medizinischen Probleme an der Wurzel zu erforschen und geeignete Lösungsstrategien zu entwickeln, die dann wiederum in der Klinik angewendet werden können.“ Ihr Ziel ist klar: Sie möchte Wissenschaftlerin in der medizinischen Forschung werden.

Die perfekte Grundlage dafür bot ihr das Bachelorstudium „Molekulare Medizin“, welches Teresa in Tübingen an der Eberhard Karls Universität begann. Sie erhoffte sich eine Kombination aus den klassischen Naturwissenschaften und medizinischen Fragestellungen, und wurde nicht enttäuscht. „Neben der klassischen naturwissenschaftlichen Ausbildung wird auch darauf geachtet, dass die Studierenden die aktuellen Methoden und Ergebnisse der medizinischen Forschung mitbekommen“, sagt sie. Solide Grundlagen in Physik, Molekularbiologie, Chemie und Medizin, Fächer wie Zellbiologie und Virologie, zwei Semester Zeit für Auslandsaufenthalte, Möglichkeiten zur Vertiefung – Teresas Wünsche werden in diesem Studium perfekt erfüllt. Auch die praktische Ausrichtung gefällt ihr gut. „Im Studium wurde uns die Gelegenheit gegeben, praktische Fähigkeiten früh und in kleinen Praktikumsgruppen zu trainieren, um bestens für die Bachelorarbeit vorbereitet zu sein.“

Master Molekulare Medizin – und noch mehr

Auch wenn anschließend mit dem Masterstudium ein neues Kapitel beginnt; für Teresa ändert sich wenig, zumindest was den Standort anging: Sie blieb in Tübingen, spezialisiert sich zunächst weiter in der Molekularen Medizin und absolvierte Praktika in verschiedenen Forschungsgruppen. Ihre Masterarbeit schreibt sie über eine Behandlungsmethode gegen Hautkrebs. Viele würden jetzt an eine Promotion oder den direkten Start ins Berufsleben denken. Teresa denkt aber noch einen Schritt weiter: „Die Inhalte der Molekularen Medizin sind sehr auf eine Karriere in der akademischen Forschung ausgerichtet. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, den Master Pharmaceutical Sciences and Technologies zu studieren, um mein Wissen in Richtung Medikamentenentwicklung zu erweitern und mir die Option für eine Karriere in der Pharmaindustrie zu eröffnen.“ Hier lernt Teresa im ersten Jahr die einzelnen Fachgebiete der Pharmazie kennen, absolvierte Praktika und schreibt ihre Masterarbeit über den Reifungsweg von Antikörpern.

Danach geht sie den nächsten Schritt ihrer akademischen Karriere und beginnt ihre Promotion. Ein Doktortitel ist grundsätzlich eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit in Wissenschaft und Wirtschaft – für Teresa ist das aber nicht die einzige Motivation. „Mir macht die Arbeit als Wissenschaftlerin unheimlich Spaß. Neue Dinge zu entdecken und zu entwickeln ist genau das, was ich immer machen wollte. Aus diesem Grund ist es eine logische Konsequenz zu promovieren, um über mehrere Jahre an einem spezifischen Projekt zu arbeiten und dadurch die eigenen Fähigkeiten über das Studium hinaus zu erweitern.“

Teresa arbeitet an einem medizinischen Gerät
Teresa arbeitet am Computer

Teresa ermittelt mit Hilfe eines speziellen Verfahrens, welche Zellen einen bestimmten Rezeptor auf der Oberfläche tragen. Vormittags ein hochkomplexes Experiment durchführen, Nachmittags die Ergebenisse am Computer auswerten – für Teresa ist das Alltag.  

Arbeitsalltag in der Medizinforschung

 Im abwechslungsreichen Arbeitsalltag von Teresa dreht sich alles um Experimente: Experimente in der Theorie vorbereiten, Experimente durchführen, Ergebnisse auswerten, mit Kolleginnen und Kollegen austauschen. Dabei ist Flexibilität gefragt: „Da manche Experimente nicht auf die Minute genau planbar sind, kann sich die Mittagspause das ein oder andere Mal etwas nach hinten verschieben. Aber das geht den anderen Kolleginnen und Kollegen auch oft so.“ In diesem Umfeld würden sich die Arbeitszeiten meist nur bedingt planen lassen: „Als Forscherin oder Forscher hat man sicherlich keinen ‚nine-to-five‘-Job, weil die meisten Experimente sich nicht an diesen Zeitplan halten wollen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, die anstehende Arbeit so zu planen, wie es für einen persönlich passt.“

Die meisten von Teresas Vorgesetzten sind allerdings Männer. „Während meines Studiums war der Anteil exzellenter weiblicher Studierender immer groß. Blickt man allerdings in die Führungsebene, also Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter oder Professorinnen und Professoren, wird der Anteil an Frauen doch teilweise verschwindend gering“, stellt sie fest. Mit Sicherheit liege das auch an den Arbeitsbedingungen, die manchmal nicht ganz familienfreundlich seien. „Zum einen besteht mit den befristeten Zeitverträgen dauerhaft eine finanzielle Unsicherheit. Zum anderen ist es in der Forschung immer wichtig, auf dem aktuellsten Stand zu sein und seine wissenschaftlichen Ergebnisse in Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Aus diesem Grund kann eine längere Babypause schnell das Aus einer wissenschaftlichen Karriere bedeuten.“ Für Teresa ist dieses Thema gerade ganz aktuell – im März ist ihr Sohn zur Welt gekommen. „Ich freue mich nun auf eine spannende Zeit zu dritt; und es wird sich bald zeigen, wie wir Familie und Beruf vereinen können.“

 

Veröffentlicht: 30. Juni 2022

Bilder: Patrick Hipp, Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut Reutlingen

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  • Der Studiengang vermittelt naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen
  • Je nach Universität bieten eine Reihe von Wahlfächern die Gelegenheit, sich schon im Bachelor zu spezialisieren
  • Der Studiengang ist meist fachübergreifend gestaltet, auch Praktika gehören oft dazu

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