„Es geht nur gemeinsam“ – 4. regionales Netzwerktreffen der Bündnispartner/innen im NwT-Bildungshaus, Göppingen, am 13. November 2025

Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Partnerorganisationen der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ trafen sich am 13. November 2025 im NwT-Bildungshaus Göppingen zum 4. regionalen Netzwerktreffen der Reihe „BW-MINTvernetzt“, um Einblicke in die Aktivitäten unserer Bündnispartnerin Stiftung Kinder forschen zu bekommen.

Gruppenbild Netzwerktreffen Landesinitiative "Frauen in MINT-Berufen"

Die Bedeutung der Landesinitiative für den Kreis

Kreiskämmerer Jochen Haas vom Landratsamt Göppingen begrüßte die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung der Landesinitiative für die Gewinnung von mehr Mädchen und Frauen für den MINT-Bereich. Dabei sei es besonders wichtig, Kinder bereits im frühen Alter an die MINT-Berufe heranzuführen. Damit dies gelinge, habe der Landkreis eine Partnerschaft mit der Stiftung Kinder forschen geschlossen.

Stefan Raaf, Leiter des Göppinger Kreismedienzentrums und zugleich Mitglied des Leitungsteams des NwT-Bildungshauses, unterstrich bei der Begrüßung, dass seine Einrichtung in dieser Form einzigartig in Baden-Württemberg sei. Das Kreismedienzentrum kooperiert mit der Stiftung Kinder forschen und dem lokalen Sender Radio Fips.

Für das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg begrüßte Referatsleiterin Dr. Birgit Buschmann die Teilnehmenden. Da für die Landtagswahl am 8. März 2026 bereits die Karenzzeit begonnen habe, sei die Entscheidung zugunsten eines weiteren regionalen Netzwerktreffens anstelle des jährlichen Bilanzgesprächs gefallen. Dr. Birgit Buschmann appellierte an die Teilnehmenden, die Gelegenheit für eine stärkere Vernetzung und einen intensiven persönlichen Austausch zu nutzen.

Teilnehmende werden zu Forscherinnen und Forschern

Bei den anschließenden Führungen durch den Makerspace des Hauses vermittelten Katharina Roscher (ebenfalls Mitglied im Leitungsteam des NwT-Bildungshauses) und Stefan Raaf gemeinsam mit zwei FSJlern und zwei Bundesfreiwilligendienstleistende den Teilnehmenden spannende Einblicke in vielfältige Ansätze der MINT-Bildung für Schülerinnen und Schüler mit dem Fokus auf technische, aber auch kreative Inhalte. MINT ganz spielerisch erleben und nochmal wie ein Kind entdecken und forschen, konnten die Teilnehmenden bei den Luft- und Wasser-Experimenten mit angehenden Erzieherinnen und Erziehern der DAA-Fachschule für Sozialpädagogik in Göppingen.

Forscherphase beim Netzwerktreffen Landesinitiative "Frauen in MINT-Berufen"

In der von Johanna Lerch, Länderreferentin bei der Stiftung Kinder forschen, moderierten Talkrunde ging es um den aktuellen Stand der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ sowie um Herausforderungen für die nächste Wahlperiode.

Gruppendiskussion beim Netzwerktreffen der Landesinitiative "Frauen in MINT-Berufen"

Mindset und Strukturen müssen sich ändern

Nach Ansicht von Dr. Birgit Buschmann, Leiterin des Referats Wirtschaft und Gleichstellung, lassen sich Erfolge nur durch eine enge ressortübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Partner über einen längeren Zeitraum erzielen. Dabei gehe es um einen Wandel des Mindsets und um strukturelle Veränderungen. Es sei notwendig, die bisherigen Aktivitäten auch in der neuen Wahlperiode fortzuführen und dem Thema MINT und Frauen in MINT-Berufen einen höheren Stellenwert auf der politischen Agenda zu geben, etwa indem es stärker im neuen Koalitionsvertrag verankert werde. Sie plädierte zudem für wenige skalierbare Programme, die nachhaltig finanziert sind.

Sandra Büchele, Leiterin Chancengleichheit am Arbeitsplatz der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, konstatierte eine fortbestehende Zurückhaltung von Frauen bezüglich MINT-Berufen. Mit ihren vielfältigen Beratungsangeboten wolle die Bundesagentur für Arbeit sowohl Schülerinnen eine Ausbildung als auch berufserfahrenen Frauen einen Quereinstieg in den MINT-Bereich ermöglichen.

Vittorio Lazaridis, Abteilungsleiter im Kultusministerium Baden-Württemberg, betonte, dass das Kultusministerium Baden-Württemberg Im Hinblick auf seine MINT-Strategie sich zunächst konsolidieren und danach verstärkt eine ressortübergreifende Zusammenarbeit in den Fokus nehmen wolle.

Es geht nur gemeinsam

Stefan Küpper, Geschäftsführer Politik, Beratung und Arbeitsmarkt des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, sprach sich ebenfalls für eine ressortübergreifende Zusammenarbeit von Kultusministerium, Wirtschaftsministerium, Wissenschaftsministerium und Staatsministerium aus. Die Entwicklung und Umsetzung einer MINT-Strategie müsse in der nächsten Wahlperiode Priorität haben, ebenso die Bereitstellung zusätzlicher Kinderbetreuungsangebote. Zudem hob er die positiven Erfahrungen bei der Zusammenarbeit vieler Akteure im Rahmen der Landesinitiative seit 2010 hervor.

Maike Schumacher, stellvertretende Leiterin der Abteilung Berufliche Bildung der IHK Region Stuttgart, wünscht sich mehr junge Frauen, die als Role Models mit Schülerinnen über ihre Berufspraxis im MINT-Bereich sprechen. Zudem müssten Eltern noch besser über die attraktiven Perspektiven für Frauen in MINT-Berufen informiert werden, um so den Berufswahlprozess ihrer Kinder verstärkt (klischeefrei) unterstützen zu können.

Moderatorin Johanna Lerch fasste am Ende die Redebeiträge prägnant zusammen: „Ich habe aus dieser Talkrunde mitgenommen, es geht nur gemeinsam!“

Am Ende der Veranstaltung dankten die Teilnehmenden Dr. Birgit Buschmann mit einem langanhaltenden Applaus für ihr außergewöhnliches Engagement seit Bestehen der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“. Dr. Thomas Wendt, Laborleiter in der experimenta, Heilbronn, überreichte Frau Dr. Buschmann ein Bild mit berühmten MINT-Frauen.

Frau Dr. Buschmann erhält zum Dank für ihr Engagement für die Landesinitiative "Frauen in MINT-Berufen" ein Geschenk

Ein herzlicher Dank geht außerdem an Johanna Lerch für die tolle Vorbereitung der Veranstaltung sowie für die engagierte Moderation der Talkrunde. Dem Leitungsteam des NwT-Bildungshauses, Katharina Roscher und Stefan Raaf, gilt ein besonderer Dank für die tolle Führung durch die Räumlichkeiten des Kreismedienzentrums Göppingen und NwT-Bildungshaus.

Fazit

Das vierte regionale Netzwerktreffen bot wiederum eine hervorragende Möglichkeit zum Netzwerken. In den Gesprächen entstanden erneut spannende Kooperationsideen zwischen den Partnerorganisationen.

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