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Anlässlich der aktuellen Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für regionale MINT-Cluster bot die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ Mitte März eine digitale Informationsveranstaltung für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber aus Baden-Württemberg an.

Über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und der Arbeitsgruppe MINT-Regionen der Landesinitiative. Die Zuhörerinnen und Zuhörer konnten anhand von Best-Practice-Beispielen und bei Fragerunden erfahren, wie sich Institutionen und Einrichtungen erfolgreich um die finanzielle Förderung von regionalen MINT-Cluster durch das Bundesministerium bewerben können. Durch die Veranstaltung führte Christiane Huber vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V.

Die Illustration zeigt ein Netzwerk aus Personen was das MINT-Cluster veranschaulichen soll.

Anfang Februar 2021 veröffentlichte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine zweite Richtlinie zur Förderung regionaler Cluster für die MINT-Bildung von Jugendlichen. Mit der neuen Förderrunde „MINT-Bildung für Jugendliche“ will das BMBF den Auf- sowie Ausbau regionaler Clusterstrukturen für die MINT-Bildung von Jugendlichen finanziell unterstützen. Die Bündnispartner der Landesinitiative beweisen bereits eindrücklich, dass es viele spannende Angebote im Bereich der MINT-Bildung in der Region gibt – eine ideale Voraussetzung, sich um die Förderung von MINT-Clustern zu bewerben. Doch was gilt es bei den Anträgen zu beachten, damit diese auch schlussendlich gefördert werden?

Den Bedarf in der Region ermitteln

Zu Beginn der Veranstaltung macht Christiane Huber vom Bildungswerk Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. in ihrer Einleitung und Begrüßung deutlich, dass erfolgreiche Anträge sogenannte weiße Flecken abdecken. Es sei sehr wichtig, den regionalen Bedarf zu ermitteln. Gerade die Mädchenförderung und die MINT-Bildung von Mädchen hinsichtlich der gewerblich-technischen Ausbildung sind weiße Flecken, die stark ins Gewicht fallen. Weiterhin sollte in den Anträgen ersichtlich werden, dass bestehende Strukturen vernetzt und Angebote verknüpft werden.

Eine Partizipation der Jugendlichen ist ausdrücklich gewünscht und hilfreich für eine positive Bewertung des Antrages. Elementar hingegen sei, dass der Förderantrag drei unterschiedliche Partner benennt und diese gemeinsam den Verbundantrag stellen. Eine Expertise in der MINT-Bildung ist ebenso ein entscheidendes Kriterium in Hubers Aufzählung. Weiterhin ist es ihr noch wichtig zu betonen, dass das BMBF eine Hotline (Tel: 0800/26 23 008) und Emailadresse (beratung@foerderinfo.bund.de) sowie FAQs  (https://www.foerderinfo.bund.de/) zur Verfügung stellt: Nachfragen sind also durchaus willkommen und werden zügig bearbeitet!

Vorstellung des MINT-Clusters Freiburg: 3D-Druck im Fokus

An Hubers genannten Tipps anknüpfend, gibt Prof. Dr. Katja Maaß vom International Centre for STEM Education (ICSE) der Pädagogischen Hochschule Freiburg Einblick in das erfolgreiche MINT-Cluster MINT4Life, welches die finanzielle Förderung durch das BMBF erhalten hat. Dem Team um Maaß ist es besonders wichtig Jugendliche nachhaltig für MINT-Themen zu begeistern. Das geschieht am besten mit MINT-Bereichen, die auch im Alltag der Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen. Ein toller Anknüpfungspunkt ist hier der 3D-Druck.

Die Illustration zeigt das 3D-Druck Verfahren, welches beim MINT-Cluster Freiburg zum Tragen kam

Zusammen mit verschiedenen Clusterpartnern aus 3D Druck Wissenschaft und Wirtschaft, MINT-Bildung und Regionalbehörden wurde dann das MINT-Cluster MINT4Life zum Leben erweckt. Nach und nach sollen Jugendwerkstätten zum 3D Druck an verschiedenen Standorten der Region Südlicher Oberrhein nach dem Modell der Makerspaces entstehen. Sowie ein regelmäßiges Angebot praxisorientierter Workshops und MINTmach Nachmittage für Jugendliche sowie Familientage etabliert werden.

Haben Sie noch Fragen? Dann können Sie sich gerne an das MINT4Life Team um Prof. Dr. Maaß wenden: icse@phfreiburg.de

Die Illustration zeigt ein Labor, welches eine Rolle beim MINT-Cluster Heilbronn spielt.

Vorstellung des MINT-Clusters aus Heilbronn: MAKEitREAL

Das nächste MINT-Cluster-Erfolgsprojekt kommt aus Heilbronn und trägt den Namen MAKEitREAL. Prof. Dr. Nicola Marsden von der Hochschule Heilbronn hat dieses Projekt mit entsprechenden Cluster-Partnern im vergangenen Jahr beim BMBF eingereicht. Da die Region Heilbronn schon ein sehr gutes MINT-Bildungsangebot bietet, mussten die weißen Flecken in der Region für den Förder-Antrag sehr genau analysiert werden, so Marsden. Gerade im Hinblick auf den hohen Migrationshintergrund in Heilbronn und Umgebung wurde schließlich der weiße Fleck definiert: Mädchen mit Migrationshintergrund müssten stärker in der MINT-Bildung berücksichtigt werden.

Daher konzentriert sich das Vorhaben von MAKEitREAL in Zukunft auf den Einsatz eines mobilen Makerspaces, der in einem Reallaboransatz verankert wird. Der schon existierende Zugang zu den MINT-Bildungsangeboten der Region wird durch den mobilen Makerspace subjektiv verdeutlicht und die Mädchen mit Migrationshintergrund an das bestehende Angebot aktiv herangeführt.

Neben der genauen Definierung des weißen Flecks und des Bedarfs in der Region nennt Marsden noch folgende Erfolgsfaktoren, damit der Antrag die Fördermittel (in der Regel 500.000 €) erhält:

Eine klare Zielstellung
Schlagkräftiges Konsortium
Orientierung an der Ausschreibung
Verknüpfung von konkretem Projekt und Aufbau von Clusterstrukturen
Nachvollziehbarer und überzeugender Prozess
Erfolgswahrscheinlichkeit dargelegt

Die Illustration zeigt Puzzleteile, die das MINT-Cluster versinnbildchen

MINT-Bildung gelingt vor Ort

Auch die dritte Speakerin Dr. Stephanie Kowitz-Harms von der Körber-Stiftung kann sich dem Erfolgsmodell MINT-Cluster nur anschließen, der Aufbau von regionalen Netzwerken ist extrem wichtig. Die MINT-Bildung gelingt nur vor Ort und gemeinsam, erklärt Kowitz-Harms in ihrem Impulsvortrag. MINT braucht ein Netzwerk, das frühzeitig eingreift, denn es ist zu spät erst bei der Berufsorientierung die MINT-Thematiken anzusprechen. In Deutschland existieren aktuell 135 regionale MINT-Netzwerke und 4 Landesnetzwerke. Verschiedene Fortbildungsangebote und Austauschformate wie das MINT:Barcamp der Körber-Stiftung sollen die weitere Vernetzung vorantreiben. Das nächste Barcamp ist für den 17.9. in Hamburg geplant. Weitere Infos erhalten Sie hier: https://www.mint-regionen.de/mint-akademie/mintbarcamp.html

In naher Zukunft wird es auch eine neue MINT-Vernetzungsstelle in Deutschland geben, welche die Körber-Stiftung zusammen mit anderen Partnern wie dem nationalen MINT FORUM oder dem Stifterverband umsetzt: MINTVernetzt bietet Vernetzung durch bundesweite Veranstaltungen, Community-Plattform oder auch Schnittstellen mithilfe von Innovationpanels oder eines MINT-Data-Labs sowie digitale und analoge Austauschformate.

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