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Eine Illustration von Frauen, die sich im Arm halten und gemeinsam für Chancengleichheit einstehen.

Das Recht zu wählen, Selbstbestimmung und Chancengleichheit – was für viele heute eine Selbstverständlichkeit ist, haben mutige Frauen über Jahrzehnte mühsam erkämpft. Diesen Einsatz feiert der Internationale Frauentag am 8. März 2023. Und er macht darauf aufmerksam, dass in vielen Ländern der Erde Frauen nach wie vor nicht gleichberechtigt sind und zum Teil sogar unterdrückt und werden. Das Motto des Internationalen Frauentages 2023 lautet daher: #EmbraceEquity (Gerechtigkeit). Veraltete Rollenbilder und ungleiche Behandlung sind weltweit nach wie vor verbreitet. Auch in der Arbeitswelt zeigt sich: In vielen Branchen sind Frauen deutlich unterrepräsentiert, vor allem in naturwissenschaftlichen, technischen und handwerklichen Berufen. Dabei brauchen Wirtschaft und Wissenschaft dringend mehr weibliche Talente, um Innovation, Wachstum und Fachkräfte für die Zukunft zu sichern.

Stimmrecht und Emanzipation

Es war die deutsche Frauenrechtlerin Clara Zetkin, die 1910 auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen vorschlug, einen nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht und die Emanzipation von Arbeiterinnen zu initiieren. Ihre Idee: „Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte.“ Ein Jahr später war es soweit: Am 19. März 1911 gingen eine Million Demonstrant:innen in Deutschland, Österreich-Ungarn, Dänemark und der Schweiz für diese Rechte auf die Straße. Ihre wichtigste Forderung war damals das Wahlrecht für Frauen – das sie 1918 in Deutschland erhielten. Bei der Wahl der Deutschen Nationalversammlung 1919 durften deutsche Frauen erstmals ihre Stimme abgeben. Doch die Gleichstellung von Frauen in allen Bereichen zu erreichen, ist ein mühsamer Weg und bis heute nicht vollständig erreicht.

Der Weltfrauentag will darauf die Aufmerksamkeit lenken: alte Rollenbilder aufbrechen, Mädchen und Frauen stärken, Chancengleichheit und Gleichberechtigung schaffen – in allen Bereichen des Lebens. Die Arbeitswelt gehört auch dazu.

Frauen in Care-Berufen statt in Technik und Informatik

Dass gerade am Arbeitsleben nicht alle Menschen gleichberechtigt teilhaben, zeigt nicht zuletzt der Gender Pay Gap – die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg betrug der durchschnittliche Lohn pro Stunde von Männern im Jahr 2022 in Baden-Württemberg genau 26,68 Euro, der von Frauen nur 20,60 Euro. Das ist ein Unterschied von knapp 23 Prozent.

Auch in einem anderen Bereich der Arbeitswelt braucht es noch einige Anstrengung, um Veränderungen voranzubringen. Frauen sind vor allem bei Care-Berufen wie Pflege und Erziehung vertreten, in Branchen wie etwa der Technik, IT und dem Handwerk sind sie unterrepräsentiert. Im Jahr 2019 waren in Deutschland lediglich rund 11 Prozent der erwerbstätigen Fachkräfte im MINT-Bereich weiblich (Statista, 2022). Die Rollenbilder halten sich, oft auch unbewusst. Und so schrecken viele Mädchen und junge Frauen vor einer Laufbahn in bisher männerdominierten Berufen zurück und entscheiden sich trotz eines bestehenden Interesses an MINT eher dagegen. Doch gerade in diesem Bereich werden weibliche Talente händeringend gesucht.

Frauen-Power: Weibliche Fachkräfte für eine sichere Zukunft

Im MINT-Bereich fehlt es an Fachkräften, was die Innovationskraft in Unternehmen und im Land ebenso wie die wirtschaftliche Entwicklung gefährdet. Besonders deutlich werden die Engpässe in den IT-Berufen und der Energie- und Elektrotechnik. Die MINT-Lücke muss also geschlossen werden – die Talente von Frauen erschlossen werden. Je mehr sich für einen Beruf im MINT-Bereich entscheiden, desto besser. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, das weibliche MINT-Potenzial zu aktivieren und die Erwerbstätigkeit von Frauen in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen gezielt zu fördern.

Dafür muss es gelingen, Mädchen und junge Frauen schon früh für MINT zu begeistern und traditionelle Rollenbilder abzubauen. Das kann unter anderem über Vorbilder erreicht werden, die die Chancen- und Karrieremöglichkeiten von MINT-Berufen aufzeigen. Deshalb stellt die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ regelmäßig Frauen vor, die von ihrem Werdegang und ihren Erfahrungen berichten. Ein Beispiel sind Juliana und Lisa, die eine Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau am Stuttgarter Flughafen machen und in unserem Videoporträt von ihrem spannenden und abwechslungsreichen Alltag erzählen.

Lisa und Juliana in ihrer Arbeitsuniform bei der Werkfeuerwehr des Stuttgarter Flughafens.

Talentierte junge Frauen sind in MINT gefragt

Um die Arbeitswelt im MINT-Bereich attraktiv zu gestalten und den Wiedereinstieg nach der Familiengründung zu fördern, muss nicht zuletzt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf maßgeblich verbessert werden. Dabei sind auch Unternehmen gefordert, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das es Eltern ermöglicht, ihre Karriere und Familie miteinander in Einklang zu bringen. Flexible Arbeitsmodelle, lukrative Wiedereinstiegsmöglichkeiten und gute Aufstiegschancen sind nur einige von vielen weiteren Optionen, die dazu beitragen können, talentierte Frauen in MINT-Bereichen zu fördern.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März ruft die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ daher dazu auf, die Angebote für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter auszubauen, um bei der Gleichberechtigung in der Arbeitswelt für einen spürbaren Wandel zu sorgen. Zudem werden junge Frauen dazu motiviert, Chancen und neue Wege zu nutzen und sich nicht von alten Rollenbildern und abhalten und entmutigen zu lassen. Talentierte junge Frauen sind in der naturwissenschaftlichen und technischen Arbeitswelt gesucht und willkommen, und zwar tagtäglich! In MINT-Berufen gibt es nicht nur viele attraktive Jobs, sondern auch hervorragende Karriere- und Verdienstmöglichkeiten.

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